Das Image des E-Sports

 

Meine Meinung zum Thema “Image des E-Sports”

 

Herbert Scheuerer zum Image des E-Sports
Herbert Scheuerer

Da E-Sport bis dato keinen hohen Bekanntsheitsgrad aufweist, ist natürlich das Image des E-Sports auch noch nicht definiert. Somit ergibt sich die große Chance, durch strategisches Sponsoring das künftige Image des E-Sports zu bestimmen. Gerade wenn die Sponsoringmaßnahmen auf reale Veranstaltungen konzentriert werden, ist es möglich ein von den Gamern – auch Zocker genannt – unabhängiges Image des E-Sports zu etablieren.

Natürlich muss an dieser Stelle auch darauf eingegangen werden, dass Computerspieler in Deutschland kein gutes Image haben. Es gibt ja seit Jahren die Diskussion über Ego-Shooter, auch “Killerspiele” genannt. Hier ist konkret Counter Strike zu erwähnen, da es als Spielziel das töten von Gegnern hat. Man könnte aber das Spiel auch als Militärsimulation – mit dem Spielzweck Terroristen auszuschalten – darstellen. Da während der Erstellung meines Whitepapers der tragische Amoklauf von München stattfand und der 18jährige Amokläufer auch Counter Strike Spieler war, ist es angebracht an dieser Stelle auch darauf einzugehen.

Einerseits hat der ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts und Sozialpsychologe Christian Pfeiffer in einer ARD-Talksendung am 24. Juli 2016 darauf hingewiesen, dass ein Computerspiel nicht die Ursache für einen Amoklauf ist, sondern die Gründe sind in anderen Bereichen, wie ein jahrelang aufgestauter Hass, zu suchen. Andererseits wird aber sofort wieder ein Verbot von Ego-Shootern gefordert, da diese Spiele potentielle Amokläufer ausbilden würden. So sagte LKA-Präsident Heimberger: “Dies ist ein Spiel, das nahezu jeder bisher ermittelte Amokläufer gespielt hat”. Bei annähernd 30 Millionen verkauften Einheiten und aktuell etwa 5,4 Millionen Counter Strike Spielern, wäre ja dann der Rückschluß dass hier ein Potential von über 5 Millionen Amokläufern lauern würde. Dies kann doch niemand ernsthaft in Erwägung ziehen. Zugleich ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, Computerspiele und somit auch Counter Strike auf den PC´s von jugendlichen Amokläufern zu finden, da 81% der 14 – 29jährigen in Deutschland Computerspieler sind (siehe Bitkom-Grafik). Wenn man aber die Politiker- und Medienhysterie bei Seite schiebt, bleibt als Diagnose: Der Amokläufer hatte aufgrund einer schweren Depression einen Homizid-Suizid, in einem unfassbarem Ausmaß, begangen. Bleibt die Frage, warum unsere Gesellschaft es nicht schafft rechtzeitig zu helfen, falls man solchen Menschen überhaupt helfen kann. Es sind echte Lösungen gefragt statt Sündenböcke zu konstruieren.

Für E-Sport Sponsoren ist es jedoch wichtig darauf zu achten, dass das Sponsoring nicht im Zusammenhang mit Ego-Shootern gebracht wird. So bleibt es dem Sponsor natürlich unbenommen Counter Strike nicht als E-Sport anzusehen und somit solche Events nicht zu sponsern.


Zugleich sollte man als Sponsor sich grundsätzlich folgende Fragen stellen:

  • Welches negative/positive Image hat der E-Sport bei Meinungsführern, Nutzern und Unterhaltsträgern – auch in Bezug zu meiner Zielgruppe?
  • Wie ist dieses Image entstanden? Welches Image wird angestrebt? Gibt es langfristige Ziele, deren Kerngedanken transportiert werden sollten?
  • Gibt es genügend Kontakte zu den Medien (Presse, Rundfunk,Fernsehen)?
  • Ist die Verantwortlichkeit für Public Relation und für Programmarbeit geklärt?
  • Wie hoch ist der PR-Etat, wie hoch der Etat für E-Sport Events?